Historie

Die Anfänge

Die Geburtsstunde der Märkischen Scholle datiert auf den 4. August 1919. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Berlin eine bis dahin nicht gekannte Wohnungsnot. Die Wohnverhältnisse waren zum Teil unmenschlich – der Begriff der Mietskaserne stammt aus der damaligen Zeit.

Ihre ersten Bauten errichte die Märkische Scholle dennoch zunächst auf so genannten Landparzellen in der Mark Brandenburg (u. a. in Brück und Falkensee) – diesen „Schollen im märkischen Sand“ verdankt die Genossenschaft ihren Namen. Immerhin 3.000 Genossenschaftsmitglieder wurden so bis 1925 mit Wohnraum versorgt.

Urbanes Bauen in den 20er-Jahren

Die Umorientierung auf den Bau von Kleinwohnungen im städtischen Raum erfolgte in den 20er Jahren: Der Berliner wollte nicht mehr aufs Land ziehen, sondern im urbanen Raum eine gesunde, attraktive und bezahlbare Bleibe finden.

1928 markiert einen Wendepunkt: In diesem Jahr errichtete die Märkische Scholle in Mariendorf ihre erste Wohnanlage. Viel Luft, Raum und Licht lautete das Motto und namhafte Architekten wie Franz Hoffmann (1884 – 1951) und Max Taut (1884 – 1967) zeichneten seinerzeit für die Entwürfe verantwortlich.

Die 30er- und beginnenden 40er-Jahre

Die innerstädtische Bautätigkeit der Märkischen Scholle erlebte zwischen 1929 und 1934 einen regelrechten Boom. Es entstanden Wohnanlagen in Tempelhof, Lichterfelde und Reinickendorf – die Grundlagen des heutigen Wohnungsbestands der Scholle waren geschaffen.

Mit der Errichtung von Wohnanlagen in Schmargendorf, Rummelsburg, Schöneberg, Treptow und Wittenau setzte die Genossenschaft ihre Bauaktivitäten fort. Im Jahr 1941 fand die Bautätigkeit kriegsbedingt ihr vorläufiges Ende. Der Scholle-Bestand zählte zu diesem Zeitpunkt mehr als 1.600 Wohnungen. Als die Kriegshandlungen im Mai 1945 endeten, waren berlinweit 524 Wohnungen der Märkischen Scholle komplett zerstört. Berlin lag in Trümmern.

Anmerkung: Die Märkische Scholle wurde 1919 gegründet und existiert bekanntermaßen auch heute noch. Gemeinhin - und nicht zu Unrecht - spricht man da von einem Unternehmen „mit Tradition“. In dieses traditionsbehaftete Zeitfenster von nunmehr 93 Jahren fallen logischerweise die Jahre 1933 bis1945. Angesichts der unfassbaren und unmenschlichen Verbrechen der Nazi-Diktatur gebietet es die historische Verantwortung, transparent damit umzugehen, wie die Märkische Scholle in diesem düstersten Kapitel der deutschen Geschichte funktionierte und arbeitete. Dieses Kapitel arbeiten wir aktuell auf und werden spätestens in unserem Jubiläumsjahr 2019 ausführlich Stellung nehmen.

Die Wirtschaftswunderjahre

Der Fokus nach dem Zweiten Weltkriegs lag zunächst auf dem Wiederaufbau im Rahmen des Marshall-Plans – ein Großteil des Scholle-Bestands lag in Schutt und Asche. Mit immenser Anstrengung und der uneigennützigen Unterstützung vieler Mitglieder gelang es, den Wohnungsbestand bereits im Jahr 1953 zahlenmäßig wieder auf das Niveau von 1941 zu stellen.

Der Neuanfang manifestierte sich im Jahr 1954, als die Märkische Scholle in Mariendorf den Grundstein für die erste Nachkriegswohnanlage legte. Im selben Jahr entstanden rund um den heutigen Sitz des Unternehmens weitere Wohnungen.

Darüber hinaus erweiterte die Genossenschaft ihre Wohnanlagen in Mariendorf, Wittenau und Tempelhof, so dass Ende der 50er Jahre mehr als 2.000 Wohnungen zum Scholle-Bestand zählten.

Die 60er-Jahre

Baukräne und Baustellen prägten das Bild Berlins zu Beginn der 60er Jahre – West-Berlin wuchs insbesondere an seinen Rändern in die Höhe. Insbesondere Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaues waren seinerzeit gefragt.

Die Märkische Scholle befriedigte die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum mit dem Bau ihrer großen Siedlung in Lichterfelde-Süd, damals in unmittelbarer Nähe zur Berliner Mauer.

70er- bis 90er-Jahre

Nachdem der Wohnungsbestand der Genossenschaft auf weit über 3.000 Wohnungen angewachsen war, konzentrierte sich die Märkische Scholle vorwiegend auf die Sicherung und die Instandhaltung ihrer Wohnanlagen. Themen wie die Förderung des Genossenschaftslebens und des nachbarschaftlichen Miteinanders rückten in den Mittelpunkt der Unternehmenspolitik.

In den 90er-Jahren ergänzte die Märkische Scholle ihren Wohnungsbestand durch kleinere Neubauvorhaben in Reinickendorf, Wittenau und Schmargendorf.

2000er-Jahre

Die Märkische Scholle setzt auf das Thema Klimaschutz und Energieeinsparung. Die Genossenschaft entwickelt Konzepte zum Einsatz regenerativer Energien und beginnt mit der Installation thermischer Solar- und Photovoltaikanlagen.

Darüber hinaus startet die Märkische Scholle umfangreiche energetische Sanierungsmaßnahmen im gesamten Bestand.

2012: Die Grundsteinlegung für das Neubauvorhaben Düsseldorfer Straße im Juni markiert einen zukunftsträchtigen Schritt – die Märkische Scholle ist nunmehr wieder eine „bauende“ Genossenschaft.
Eine echte Erfolgsgeschichte stellt zudem das seit 2014 laufende und mehrfach prämierte umfangreiche energetische Sanierungsvorhaben in der Gartenstadt Lichterfelde Süd (Aktuelles/Bauen und Modernisieren) dar.