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Märkische Scholle
Wohnungsunternehmen eG
Paderborner Straße 3
10709 Berlin

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HISTORIE

Märkische Scholle - eine Genossenschaft mit Tradition

Die Anfänge

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Die Geburtsstunde der Märkischen Scholle datiert auf den 4. August 1919. Ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs sah sich Deutschland genötigt, einer bis dahin nicht gekannten Wohnungsnot entgegenzuwirken. Dies war die Zeit, in der Teile Berlins geprägt waren von sogenannten Mietskasernen, in denen Kleinstwohnungen von Großfamilien bewohnt wurden. Berlin besaß zwei Gesichter. Zum einen präsentierte sich die Stadt als elegante Metropole, Hauptstadt von Kunst und Kultur – mondän. Zum anderen zeigte sich jenseits von Ku’damm, Linden- oder Friedrichstraße die hässliche Seite. Unmenschliche Wohnverhältnisse, Leid und Elend waren an der Tagesordnung.

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„Schollen“ in Märkischem Sand

Es war die Zeit eines regelrechten Genossenschafts- Gründungsbooms. Während andere Wohnungsgenossenschaften mit dem Ziel antraten, bezahlbare Geschosswohnungen zu bauen und angemessene Lebensverhältnisse für weniger Betuchte zu schaffen, ging die Märkische Scholle erst einmal einen anderen Weg. Nämlich den als „Landsiedlungsgesellschaft vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen“. Hintergrund war der Wunsch des Staates, jedem Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigten oder -hinterbliebenen ein preiswertes Stück Land zur Verfügung zu stellen – mit dem Ziel, dieses landwirtschaftlich, zu Siedlungs- oder zu beiden Zwecken zu nutzen.

Die Märkische Scholle konzentrierte sich in ihren ersten Jahren ganz auf die Schaffung dieser Landsiedlungen. Die erste entstand in Stromtal bei Brück bereits kurz nach Gründung der Genossenschaft. Weitere folgten – in Falkensee, Ruhleben, Lichterfelde, Zehlendorf und vielen anderen Standorten.

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Vom Land in die Stadt

Bis 1925 versorgte die Märkische Scholle gut 3.000 Genossen mit Landparzellen. In diesem Jahr unterzog sich die Genossenschaft einer Neuausrichtung und schrieb in ihre Satzung vom 17. Oktober 1925: „Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung des Kleinstwohnungsbaues. Der Zweck der Genossenschaft ist ausschließlich darauf gerichtet, gesunde und zweckmäßig eingerichtete Kleinwohnungen für Minderbemittelte zu billigen Preisen herzustellen und zu beschaffen.

Denn Letzteres war – wie weiter oben bereits angedeutet – dringend nötig. Da die Berliner nicht zur Landflucht bereit zu sein schienen bzw. sich diese nicht leisten konnten, galt es, die innerstädtische Wohnsituation zu verbessern.

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Im Jahr 1928 war es bei der Märkischen Scholle dann soweit, dass die Fertigstellung der ersten Anlage mit Kleinwohnungen gefeiert werden konnte. Der Start in diese neue Ära erfolgte in Berlin-Mariendorf auf dem Areal Kaiser-, König- und Schützenstraße.

 

Mariendorf: Die ersten Kleinwohnungen

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Das Jahr 1928, das zehnte Jahr nach der Gründung, war für unsere Genossenschaft ein höchst bedeutungsvolles. Damals entstand die erste Wohnanlage in Form des sogenannten Kleinwohnungsbaus. Hierzu hatte die Märkische Scholle das Areal Kaiser-, König- und Schützenstraße erworben. Ziel war es, „gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen“ zu errichten. Die Fertigstellung der 12 Häuser mit insgesamt 74 Wohnungen und zwei Läden datiert auf den Juli 1928. Verantwortlich für die Bauten waren die Architekten Franz Hoffmann (1884−1951) und der berühmte Max Taut (1884−1967), der bis dahin vorwiegend durch seine streng-sachlichen Bürobauten bekannt war.

Es war schon fast so etwas wie eine architektonische Revolution, was das Planer-Duo im Berliner Süden realisierte. Viel Luft, Raum und Licht kennzeichneten die dreigeschossigen Wohnblöcke. Geradezu spektakulär: Die Wohnungen verfügten sowohl über ein Bad als auch über Balkone. In Hinblick auf die in Berlin weit verbreiteten „Mietskasernen“ mit ihren Toiletten auf „halber Treppe“ ein echter Fortschritt in Richtung eines menschenwürdigen Wohnens.

Tempelhof: Das Bauprogramm wird fortgesetzt

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Der Bezirk Tempelhof war Schauplatz einer weiteren Erfolgsgeschichte des genossenschaftlichen Bauens und Wohnens. 1929 startete die Märkische Scholle mit den Bauarbeiten für die Wohnanlage Am Francke-Park. 100 Wohnungen wurden bereits im August 1930 fertig, 1931 folgten weitere 292 Wohnungen sowie acht Läden. Verantwortlich für die Planung und deren Umsetzung war der Architekt und Städteplaner Erwin Gutkind (1886−1968). Die heute denkmalgeschützte Anlage zeichnet sich durch eine sehr abwechslungsreiche Gestaltung der Fassaden aus und gleicht somit die sehr rigide Gliederung des Lageplans auf sehr charmante Weise aus.

Lichterfelde und Reinickendorf: Der Scholle-Bestand wächst weiter

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Die Philosophie des hellen und gesunden Bauens und Wohnens fand zwischen 1930 und 1932 in Lichterfelde-Süd und in Reinickendorf an der Raschdorffstraße ihre Fortsetzung. Die Siedlung in Lichterfelde umfasste insgesamt 374 Wohnungen und einen Laden, an der Raschdorffstraße entstanden zeitgleich 138 Wohnungen.

Die Statistik des Scholle-Bestands liest sich durchaus beeindruckend: 984 Wohnungen und sechs Läden.

Exkurs: Das Aufnahmeverfahren im Jahre 1929

Mitglied einer Genossenschaft zu werden, war seit jeher mit bestimmten Auflagen verbunden. Ende der Zwanziger Jahre sah das beispielsweise gemäß Satzung so aus: Über den Mitgliedsantrag entschieden Vorstand und Aufsichtsrat. Doch damit nicht genug. Der Bewerber war verpflichtet, eine sogenannte Aufnahmeempfehlung vorzulegen, die von nicht weniger als drei Genossen unterschrieben sein musste. Mit deren Unterschrift sollte gewährleistet sein, dass der neue Genosse vor seinem Eintritt in ausreichender Form über die Ziele des Unternehmens aufgeklärt wurde und man ihn auch mit den „Schwierigkeiten des Siedelns“ vertraut gemacht hatte.

Fortsetzung folgt ....